Shaping the future of animal health
Virbac Österreich GmbH

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Rascher und sicherer zum Therapieerfolg


Es ist unbestritten, dass durch bessere Haltungsbedingungen in modernen, luftigen Ställen, lmpfprogramme und eine verbesserte Diagnostik die Gesundheit von Ferkeln und Mastschweinen deutlich besser geworden ist. Trotzdem sind Erkrankungen der Atemwege immer noch eines der Hauptprobleme bei der Gesunderhaltung unserer Tiere. Wirtschaftliche Schäden entstehen nicht nur durch Totalausfälle. Hierzu addieren sich noch erhebliche wirtschaftliche Verluste durch Entwicklungsverzögerungen und nie erreichte Mastleistung. Über neue Möglichkeiten in der Therapie berichtet Dr. M. Stein, Gyhum.

Selbst völlig gesunde Schweine können Erreger von Atemwegserkrankungen wie Pasteurellen, Mycoplasmen und Actinobacillus in geringer Zahl in ihren Lungen beherbergen. Stressoren wie Stallklimaschwankungen, Zugluft oder Hygienemängel schwächen das lmmunsystem. Die Erreger erhalten dadurch erneut die Chance sich in einzelnen Tieren wieder stärker zu vermehren, die dann wiederum ihre Buchtengenossen infizieren.

Antibiotika begrenzen im Notfall die Verluste.

Nicht zuletzt aus Gründen des Tierschutzes und um die Verluste zu begrenzen, wird es deshalb weiterhin nötig sein, bei den ersten offensichtlichen Erkrankungsfällen oder beim Einstallen unter bekannter lnfektionssituation mit Antibiotika gegenzusteuern.

Neben den bekannten Antibiotika wie Lincomycin, Tiamulin, Amoxicillin und den klassischen Tetracyclinen wird in vielen Ländern Europas (Frankreich, Dänemark, Österreich, Belgien) seit einigen Jahren Doxycyclin eingesetzt. Doxycyclin ist ein Breitspektrumantibiotikum, dass auf Grund seiner chemisch-physikalischen Eigenschaften besser als viele andere Wirkstoffe vom Darm ins Blut aufgenommen wird. Vom Blut gelangt der Wirkstoff in besonderem Maße in das Zielgewebe Lunge und hier wiederum in besonders hohen Konzentrationen in die Bakterienzelle.

Zauberwort "Lipophilie"

Entscheidend für diese Eigenschaften ist die starke Lipophilie (Fettlöslichkeit) des Doxycyclins (Abb. 1). Da Doxycyclin 5 - 10-fach lipophiler ist, besitzt es eine höhere Gewebepenetration und ein höheres Verteilungsvolumen als andere Tetracycline (2, 6, 8). Alle Zellen in der Biologie sind von einer Membran umgeben (Abb. 2), die den Eintritt von wasserlöslichen Substanzen "kontrolliert". Fettlösliche Substanzen hingegen durchdringen diese "Membranfettschicht" nahezu mühelos. Daher gelangt Doxycyclin schneller und zu höheren Anteilen in und durch die Zellen hindurch.
 

Verteilungsquotient-Doxy.png

Abb. 1: Vergleich der Lipophilie
Gemessen wird die Lipophilie (Fettlöslichke¡t) als Verteilungsquotient zwischen einer fettlöslichen Flüssigkeit (Oktanol) und einer wässrigen Phase (Wasser).

 

biologische-Membran-Doxy.png

Abb. 2: Die biologische Membran
Schematische Darstellung des prinzipiellen Aufbaues biologischer Membranen wie sie tierische Zellen und Bakterien umgeben.