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Virbac Österreich GmbH

Hohe Bioverfügbarkeit


Grundsätzlich wird immer nur ein Teil eines Wirkstoffes bei Verfütterung aus dem Darm resorbiert. Bei den klassischen Tetracyclinen stehen dem Schwein nur Bruchteile des verfütterten Tetracyclins später tatsächlich zur Verfügung. lm Gegensatz dazu zeigt Doxycyclin aufgrund seiner ausgeprägten Lipophilie eine Bioverfügbarkeit von bis zu 90 % (1). Doxycyclin wird 3 - 6 Mal besser aus dem Darm resorbiert.

Auch im Vergleich mit anderen Wirkstoffgruppen ist die Bioverfügbarkeit von Doxycyclin außergewöhnlich hoch.

Die höhere Bioverfügbarkeit hat den Vorteil,

  • dass die Darmflora dadurch weniger beeinträchtigt wird, wovon die Verdauungstätigkeit und somit die Futterverwertung profitiert.
  • dass weniger Wirkstoff ungenutzt ausgeschieden wird, wodurch die Umwelt weniger belastet wird.
  • dass weniger Wirkstoff benötigt wird, was den Kostenaufwand reduziert.

Die stärkere Lipophilie macht Doxycyclin auch weniger empfindlich auf höhere Calciumgehalte im Futter (13, 14). Klassische Tetracycline und einige andere Antibiotika bilden mit dem Calcium im Darm nicht resorbierbare Verbindungen (Komplexe). Wechselhafte Therapieerfolge bei gleicher Dosierung sind nicht selten Folge dieser unkalkulierbaren Absenkung der ohnehin sehr geringen Bioverfügbarkeit.

Direkt in das Zielgewebe


Die ausgeprägte Lipophilie von Doxycyclin bewirkt eine ebenso ausgeprägte Gewebepenetration. Doxycyclin verlässt das wässrige Blut sehr schnell (Plasmaflucht), um sich auf den Schleimhäuten des Atemtraktes und im Lungengewebe anzureichern (2) (Abb. 3). Die hohen Wirkstoffspiegel auf den Schleimhäuten wirken dadurch direkt an der Eintrittspforte der Erreger. Bei erkrankten Tieren befinden sich die Erreger bereits im Lungengewebe. Hohe Wirkstoffspiegel im Blut allein würden diese nicht erreichen und damit weitgehend wirkungslos bleiben.


Anreicherung-im-Zielgewebe-.png

Abb. 3: Anreicherung im Zielgewebe
Verteilung aufgenommenen Doxycyclins im Organismus. ln der Lunge wird die 1,5-fache Konzentration und auf den Schleimhäuten die 2,5-fache Doxycyclin-Menge ¡m Vergleìch zum Blut erreicht.
 

Doxycyclin dringt gezielt in die Bakterienzelle ein


Auch Bakterienzellen sind von einer biologischen Membran umgeben. Die starke Lipophilie von Doxycyclin bewirkt auch hier ein schnelleres und effizienteres Eindringen von Doxycyclin in die Bakterienzelle. Dadurch werden sehr viel niedrigere Wirkstoffspiegel (Minimale Hemmstoffkonzentration, MHK) benötigt, als bei den meisten anderen Wirkstoffen, um die Erreger in ihrem Wachstum zu behindern (Abb. 4).

Insgesamt resultiert aus der ausgeprägten Lipophilie eine sehr niedrigere Dosierung. Bereits 12,5 mg/kg Körpergewicht und Tag genügen, um mehr als ausreichend hohe Blutwirkstoffspiegel im Tier zu erreichen, die zu einer wirkungsvollen Erregerbekämpfung genügen. Unter Berücksichtigung der ausgeprägten Gewebeanreicherung und des hohen Potentials in die Erreger eindringen zu können, ergibt sich eine sehr große Sicherheitsspanne alle Erreger erfassen zu können.


Notwendige-Wirkstoffspiegel.png

Abb. 4: Notwendige Wirkstoffspiegel
Dargestellt ist der Vergleich der notwendigen Wirkstoffspiegel (Minimale Hemmstoffkonzentrationen, MHK) bei denen 90 % der Erreger (hier Mycoplasmen) in ihrem Wachstum gehemmt werden. Von Doxycyclin wird m¡t Abstand der wenigste Wirkstoff benötigt.